Montag, 19. Juni 2000
Am nächsten Tag erreichten wir bald Reykjavik. Im ersten Supermarkt den wir passierten, stockten wir erst einmal unsere Vorräte auf. Dann starteten wir weiter in Richtung Innenstadt. Es führt ein Radweg in die Stadt bis zum BSI-Terminal (Inlandsbusse), der aber schwer zu finden ist. Findet man diesen nicht, bleiben nur die großen, vielbefahrenen Einfallstraßen, die mit ihren sechs Spuren zum ersten Mal einen Eindruck davon vermitteln, dass Island eindeutig eine starke amerikanische Prägung hat. In der Hauptstadt kauften wir nur kurz noch Reinbenzin und verließen sie dann sofort auf der Ringstrasse (Strasse Nr. 1) in Richtung Mosfellsbaer.
Gegen starken Gegenwind erreichten wir gegen Abend den Hvalfjördur. Dieser ist zwar für die Ringstrasse untertunnelt, für Radfahrer, Reiter und Trekker (sowohl die Fußgänger als auch die Fahrzeuge) ist der Tunnel aber gesperrt. Das hat auch seinen Grund, denn von einer Durchfahrt ist dringend abzuraten! Der Tunnel führt tief unter den Fjord und hat Gefälle von bis zu 12 %. Das stellt beim Runterfahren zwar kein Problem dar, spätestens beim Rauffahren wird es jedoch problematisch, da es keine Standspur o.ä. gibt! Da der Tunnel meist auch nur eine Spur in jede Richtung hat, ist die Chance von einem auf schlecht beleuchtete Radfahrer überhaupt nicht eingestellten isländischen LKW oder Pick-Up-Fahrer überfahren zu werden sehr hoch!
WER MIT DEM RAD IN DEN TUNNEL FÄHRT, BEGIBT SICH IN AKUTE LEBENSGEFAHR!!! Im übrigen ist der Tunnel auch ständig videoüberwacht und die nördliche Ausfahrt auch mit einem Maut-/Wachhäuschen gesichert. Von Süden kann man ohne Hindernisse in den Tunnel einfahren, an der Nord-Ausfahrt ist dann jedoch spätestens die Verhaftung fällig! Spätestens die dann zahlbare Geldstrafe würde vermutlich jede Reisekasse sprengen. Wer keine Lust auf die Fjordumfahrung auf der 47 hat, sollte den Bus von Reykjavik aus nehmen (oder evtl. Fähre nach Akranes?). Diese Busse fahren mehr oder weniger regelmäßig ein oder zwei mal am Tag. So haben wir es auf dem Rückweg gemacht, da wir die 84 km um den Fjord nicht noch einmal fahren wollten. Die Strecke ist zwar durchaus reizvoll, aber einmal gegen den Wind kämpfen reicht dann auch.
Kurz hinter dem Golfplatz an dem Fjord bei Hvammur ((meist kleine) Golfplätze gibt es auf Island wirklich überall, teilweise fast auf den Berghang gebaut) haben wir dann direkt am Strand übernachtet.
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